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Übersicht über den Bahnhof
Typ
1912 — (?)
Bahnhof
seit (?)
Haltepunkt und Blockstelle
Lage
bei km 28,7 der Lahntalbahn; 131 m ü. NN
Eröffnung
1912
Stellwerke
Gf — Fahrdienstleiterstellw., mechanisch, elektr. Signalantriebe
bis (?)
Go — Wärterstellw., mechanisch
Signale
Formsignale
Personenverkehr
Haus- und Zwischenbahnsteig, Warteraum
Güterverkehr
stillgelegt
Güterschuppen, Kopf- und Seitenrampe
Anschlüsse
1905 — 1966
Grube Georg-Joseph (Eisenerz; Grubenbahn, Aufbereitung)
1908 — 1967(?)
Grube Schottenbach (Eisenerz; Luftseilbahn)

Weit unterhalb des Ortes Gräveneck liegt der Bahnhof gleichen Namens, nur durch einen Campingplatz von der Lahn getrennt. Die Lahntalbahn hat hier von Weilburg kommend drei Tunnels passiert, gleich nach dem Bf Gräveneck folgt ein weiterer. Der Bahnhof hier entstand erst rund 50 Jahre nach dem Bau der Bahnlinie.

Das älteste, 1862 errichtete Dienstgebäude entspricht im Stil den zahlreich erhaltenen Bauten entlang der Lahntalbahn. Es steht wenige Meter nördlich des heutigen, 1910/11 errichteten Empfangsgebäudes. Dieses unterscheidet sich durch den höheren giebelständigen Mittelteil mit dem markanten „Stützwalm“ deutlich von den anderen Bahnhofsgebäuden entlang der Lahntalbahn.

Die Bedeutung des Bahnhofes bestand in der Verfrachtung des Eisenerzes, das von zwei Gruben in unmittelbarer Nähe hierher transportiert wurde. Die Grube Schottenbach war seit 1908 durch eine Seilbahn mit dem Bahnhof verbunden. Das Erz der Grube Georg-Joseph wurde durch den Wittekindstollen und über eine Grubenbahnbrücke über die Lahn herangebracht; es wurde vor der Verladung noch aufbereitet. Die Grube ist seit 1966 geschlossen, der Aufbereitungsturm dient heute dem Campingplatz zur Unterbringung der Gemeinschaftsräume und der Gaststätte.


Der Bahnhof Gräveneck (Pfeil) und die Eisenerzgruben.
MTB 1:25.000, Bl. 3219 Weilburg (Ausgabe 1907/1927)





1967 – Vor dem Ende des Erzverkehrs bot Gräveneck noch ein buntes Bild: Ein langgestreckter Bahnhof mit Überholgleis und drei Bahnsteigkanten, dazu eine Ortsgüteranlage am Westkopf. Die Erzverladung von Grube Georg Joseph benötigt nur ein Stumpfgleis mit Gleiswaage. Interessant ist die ungewöhnliche Anbindung des Überholgleises am östlichen Bahnhofskopf.
Sammlung Jörg R. Becker


1996 – Der Gleisplan läßt die Funktion als Erzverladestelle noch erkennen; die Ladegleise sind teilweise noch vorhanden, wenn auch nicht mehr in Gebrauch. Die Erzaufbereitungsanlage ist noch sichtbar. Alle Weichen sind ortsgestellt, Ausfahrsignale und das Wärterstellwerk am Ostkopf existieren nicht mehr.


Zeichenerklärung

© Christoph König;   letzte Änderung: 6. 6. 2019