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Bahnhof Löhnberg
Typ
Bahnhof
Lage
bei km 20,2 der Lahntalbahn; 137 m ü. NN
Eröffnung
keine Angaben
Stellwerke
Lf — Fahrdienstleiterstellw., mechanisch (Einheitsbauart)
1949 — 2012
Lo — Wärterstellw. Ost, mechanisch (Einheitsbauart)
Signale
Formsignale
seit 2012
Lichtsignale (am Ostkopf)
Personenverkehr
Haus- und Zwischenbahnsteig, Warteraum, Fahrkartenausgabe
Güterverkehr
Sturzrampe (Tonverladung)
automatische Rangieranlage
abgebaut
Kopf- und Seitenrampe
Anschlüsse
ca. 1909 — 1948
Grube Buchwald (Eisenerz; Förderbahn, Sturzgerüst)
(?) — (?)
Steinbruch Barig-Selbenhausen (Basalt?, Luftseilbahn)
(?) — (?)
Löhnberger Mühle
(?) — (?)
Selters-Mineralquelle Augusta-Victoria

Im Bereich von Löhnberg verengt sich das bis hierhin weite Lahntal zu einem schmalen Durchlass. Der Bahnhof Löhnberg liegt an der schmalsten Stelle, eingezwängt zwischen der Lahnschleuse und dem Löhnberger Burgfelsen.

Seit 1897 setzte sich eine Initiative um den Weilburger Bankier Hermann Herz, den Mühlenbesitzer G. Simon aus Löhnberg und den Bierbrauer Heinrich Göbel aus Niedershausen für eine Zweigbahn ein, die von Löhnberg durch das Kallenbachtal über Löhnberger Hütte, Niedershausen, Obershausen, Dillhausen, Probbach, Winkels, Waldernbach und Mengerskirchen nach Mittelhofen (heute Elsoff) führen sollte. Die normalspurige Kleinbahn, die ein strukturschwaches, dünn besiedeltes Gebiet erschließen sollte, hätte dabei im Bereich Winkels – Mengerskirchen mit der Kerkerbachbahn um Ton- und Basaltverladung konkurriert. Trotz mehrerer Eingaben in den Jahren 1901 und 1902 konnte sich der Nassauische Kommunallandtag in Wiesbaden nicht zu einer Unterstützung des Projekts durchringen; vor Ort war das erforderliche Geld nicht aufzubringen. Nachdem 1920 die Kerkerbachbahn den Streckenteil Hintermeilingen – Mengerskirchen aufgab, wurde ein letzter Versuch zur Verwirklichung des Projekts unternommen, scheiterte aber (nicht zuletzt wegen der inzwischen eröffneten, unweit östlich verlaufenden Ulmtalbahn).

Als einer der wenigen Bahnhöfe der Gegend hat Löhnberg sich bis in die Gegenwart ein gewisses Güteraufkommen bewahrt. Zwar sind die ehemals zahlreichen Gleisanschlüsse inzwischen alle verschwunden, aber über eine Sturzrampe wird hier Ton aus den ca. 12 km entfernten Tongruben in Mengerskirchen verladen und über Limburg nach Italien transportiert. Das marode Empfangsgebäude aus dem Jahr 1863 wurde im Juni 2014 an einen Privatmann versteigert.

Einfahrt von Südwesten






1967 – In den sechziger Jahren besaß Löhnberg noch eine ganze Reihe von Gleisanschlüssen, während die Ortsgüteranlage mit einem kleinen Schuppen eher klein ausfällt. Am Gleisplan wird deutlich, dass die Bedienung der diversen Anschlüsse von Weilburg her erfolgte.
Sammlung Jörg R. Becker


1995 – Noch haben kaum Rückbauten stattgefunden. Die drei verbliebenen Gleisanschlüssen sind mittlerweile alle außer Betrieb; nur die gegenüber dem Empfangsgebäude angeordnete, von einer automatischen Rangieranlage bediente Sturzrampe sorgt noch für Güterverkehr.


2013 – Die Gleisanschlüsse sind verschwunden, im Zusammenhang mit der Stilllegung des Wärterstellwerks „Lo“ wurden die Formsignale am Ostkopf durch Lichtsignale ersetzt.


Zeichenerklärung

© Christoph König;   letzte Änderung: 27. 6. 2019